Liebe Freund*innen,
danke dass ihr noch hier seid, und danke im Voraus, dass ihr euch morgen und in den nächsten Monaten engagieren werdet!
Im Linken Bündnis gegen Antisemitismus betreiben wir vor allem Recherche und Bildung. Dabei stoßen wir immer wieder auf Verschwörungsdenken. Oft versteckt sich Judenhass dahinter. Mit Verschwörungs-Erzählungen versuchen faschistische Gruppen, an Leute heran zu kommen, die noch kein verfestigtes rechtes Weltbild haben. Aber wie geht die AfD dabei zum Beispiel in München vor?
Auf ihrer Facebook-Seite verbreitet sie die Ergüsse der Abgeordneten Wolfgang Wiehle und Rene Dierkes. Die teilen regelmäßig gegen den jüdischen Milliardär George Soros aus. Der ist im rechten antisemitischen Weltbild längst an die Stelle von Baron Rothschild gerückt. Gegen den haben die Nazis als Personifikation vermeintlichen jüdischen Weltmachtstrebens gehetzt. Dierkes und Wiehle stellen George Soros als allmächtigen Strippenzieher dar. Angeblich würde er Medien und Wahlkämpfe manipulieren und politische Gegner*innen finanzieren. Das ist eine modernisierte Version der rechten Einbildung eines jüdischen Finanzkapitals, das weltweite Geheimpläne verfolgen würde.
Dieses Verschwörungsdenken erklärt auch, warum die AfD ihren Antisemitismus im Vergleich zu ihrem Rassismus zurückhaltender äußert. Die jüdische Community wird als übermächtig verstanden, im Unterschied zu Muslim*innen, Geflüchteten oder anderen Gruppen. Einige Faschist*innen glauben wirklich, dass jüdische Verbindungen staatliche Strukturen kontrollieren, dass sie Massenmigration und Seuchen auslösen oder inszenieren könnten. In der Logik ihres eigenen Weltbildes muss die AfD also taktisch vorgehen. Sie hetzt offen gegen Asylbewerber*innen, weil sie um ihre soziale Unterlegenheit weiß. Aber noch greift sie selten jüdische Menschen an, sondern raunt vom sogenannten Globalismus. Und vergessen wir auch nicht: Die Abschiebepläne der AfD würden sehr viele jüdische Migrant*innen betreffen! Mindestens 90% der in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden haben ihre Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion.
Was tun wir nun? Unsere Vorschläge sind:
Erstens: Lasst uns die Überprüfung der AfD auch mit ihrem antisemitischen Verschwörungsdenken begründen. Wer dazu mehr Infos braucht, kann sie online bei uns finden unter lbga-muenchen.org. Und ich empfehle das Buch „Antisemitismus und die AfD“ vom Gewerkschafter und Journalisten Stefan Dietl.
Zweitens: Fordern wir bei jeder Gelegenheit, dass es keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD geben darf. Auch nicht im Münchner Stadtrat oder den Bezirksausschüssen. In den Worten der Präsidentin der Jüdischen Gemeinde Charlotte Knobloch ausgedrückt: „Wer Respekt, Toleranz und das Prinzip des ‚Nie wieder‘ mit Füßen tritt, der darf kein Gesprächspartner sein.“
Und drittens: Stärken wir die Solidarität mit denen, die von der AfD angegriffen werden. Recherchestellen und Initiativen gegen Antisemitismus versucht sie nämlich genau so herabzuwürdigen wie alle anderen Gruppen, die nicht in ihr Weltbild passen.
Vielen Dank!
Unsere wichtigsten Beiträge zu Antisemitismus in der AfD:
