Believing the Hype – Verschwörungsfantasien in Geschichte und Gegenwart von HipHop-Kultur – Vortrag von Annette Seidel-Arpacı

In Debatten um Antisemitismus im ‘Deutsch-Rap’ wird zuweilen auf einzelne Rhymes fokussiert anstatt die Gesamtheit der verbreiteten Verschwörungsfantasien und ‘Heilserzählungen‘ zu betrachten. Das gilt insgesamt für Auseinandersetzungen um Verschwörungsideologien in der HipHop-Kultur. In diesem Sommer wurde US-Rapper Talib Kweli wegen BDS-Unterstützung von mehreren Veranstaltungen wieder ausgeladen. Kweli sagte sodann seine gesamte Deutschland-Tour ab und ließ verlauten, er sei lieber ein ‘anständiger Mensch’ als für einen Scheck seine Unterstützung für BDS zu leugnen. Es ging also um ‘Anstand’ versus sich-Verkaufen. Gerade im HipHop ist ‘spitting the truth’, also ‘die Wahrheit’ zu rappen, ein wesentlicher Punkt. Man wähnt sich zunächst einmal grundsätzlich am Aussprechen ‘der Wahrheit’ gehindert – so auch im Falle einer behaupteten ‘Zensur’ wegen BDS-Unterstützung. Von der Annahme, am Aussprechen der Wahrheit gehindert zu werden zur Fantasie von ‚Mächten‘, die hinter solcher Verhinderung stünden, also zur antisemitischen Verschwörungsfantasie, ist es nur ein Katzensprung.
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung antisemitischen Verschwörungsfantasien in Geschichte und Gegenwart von HipHop zukommt und was diese Geschichte nicht zuletzt mit der Nation of Islam und deren Wahrheiten zu tun hat. Es geht darum, eine Rückschrittlichkeit im Nachgang von Bürgerrechtsbewegung und Black Power in den Blick zu nehmen, die u.a. als Antirassismus daherkommt und vermehrt ‘Antizionismus’ zu einem zentralen Element des Selbstverständnisses macht.

Eine Veranstaltung des Linken Bündnis gegen Antisemitismus München im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus der Amadeu-Antonio-Stiftung.

20. November 2019 – Einlass 20.00 Uhr, Beginn 20.30 Uhr – Damenstiftstraße 12, 80331 München – Eintritt frei, aber über Spenden freut sich jeder!

Für die Veranstaltung gilt folgender Einlassvorbehalt: „Die Veranstaltenden behalten sich gemäß Art. 10 Abs. 1 BayVersG vor, von ihrem Recht als Veranstalter Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zuritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.“

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