Das Linke Bündnis gegen Antisemitismus München (LBGA) versandte einen offenen Brief an die Adresse des Backstage München und einiger weiterer Veranstalter*innen des Dark Easter Metal Meeting (DEMM), das am 4. und 5. April 2026 stattfinden wird. Anlass sind die dort geplanten Auftritte von Severoth und Urgehal, zweier Bands aus dem National Socialist Black Metal (NSBM).
Das LBGA fordert im Brief, das Konzert abzusagen und verweist auf verschiedene Interview-Aussagen, Songtexte und Vernetzungen der beiden Bands. Das einzige offizielle Mitglied der ukrainischen Band Severoth, eine anonyme Person gleichen Namens, ist zugleich Bassist der Band Kroda, die ein „arisches“ Selbstverständnis vertritt und Mitglied des Neonazi-Netzwerks Pagan Front ist. Der Sänger von Kroda machte zudem in einem Interview von 2006 deutlich, an eine jüdische Weltverschwörung zu glauben. Severoth selbst veröffentlichte seine ersten drei Alben beim Label Werewolf Promotion, das ebenfalls Teil der Pagan Front ist. Das LBGA gelangt zur Auffassung, dass Severoth Teil der rechtsextremen Szene […] und als Bandmitglied einer Gruppe, die sich selbst offen als nationalsozialistisch und antisemitisch positioniert und sich ausdrücklich nicht nur als künstlerisches Projekt, sondern als politaktivistische Plattform begreift, für ihre Positionen und Aktivitäten mitverantwortlich sei.
Die Norweger Urgehal singen in ihrem 1998 veröffentlichten Song „The Saturnine Denomination“ folgende Zeilen: „Wipe the jewish mess / Fucking zionist disciples / Semite rabid rabbi / I exceed excessive pain for you“. Der Song erschien auf dem Album “Massive Terrestrial Strike“ beim Label No Colours Records, das auch einschlägig bekannte Neonazi-Bands wie Graveland und Absurd (von Pagan-Front-Gründer Hendrik Möbus) unter Vertrag hatte. Immer wieder findet sich in ihren Texten also ein aggressiver Antisemitismus in Form von Beschimpfungen von Jüdinnen*Juden oder als offene Zelebration der Shoa, schlussfolgert das LBGA in Bezug auch auf zwei andere Songs mit den Titeln „Holocaust in Utopia“ und „Cut Their Tongue, Shut Their Prayer“, sowie „Kill the Children of God“ des Nebenprojekts Vulture Lord.
Aus diesen Gründen fordert das LBGA das Backstage und die Organisatror*innen des DEMM dazu auf, beide Bands von Ihrer Veranstaltung auszuschließen.
Der offene Brief ist hier einsehbar:
Kontakt: lbgamuenchen@gmail.com
Impressum: Linkes Bündnis gegen Antisemitismus München, c/o Alexander Hoffmann und Dr. Björn Elberling, Dänische Straße 15, 24103 Kiel
