Am 21. Mai 2025 wurden Yaron Lischinsky und Sarah Milgrim, zwei Mitarbeiter*innen der israelischen Botschaft in Washington, nach einer Veranstaltung des American Jewish Comittee im Capital Jewish Museum von einem linksradikalen Antizionisten ermordet. Da dieser dabei u. a. „Free, free Palestine“ gerufen, „I did it for Palestine, I did it for Gaza“ gesagt und eine rote Kufyia bei sich gehabt haben soll, ist von einem antizionistischen Motiv auszugehen. Da beide auf einer Veranstaltung einer jüdischen Organistion in einem jüdischen Museum ermordet wurden – bei der es übrigens um interreligiösen Dialog und die Ermöglichung humanitärer Hilfe in Gaza ging – ist dieses Attentat eindeutig antisemitisch.
Und dennoch gibt es in den sozialen Medien antizionistische Stimmen, die den antisemitischen Charakter dieses Mords bestreiten, wenn sie ihn nicht gar feiern. Besonders erschütternd sind Plakate, die in der Nähe der Berliner Humboldt-Universität gesichtet wurden: Über einem Foto von Lischinsky steht „MAKE ZIONISTS AFRAID“ und ein rotes Dreieck zeigt auf ihn. Auch sein Todesjahr wird mit einem roten Dreieck markiert.
Das rote Dreieck wird seit dem 7. Oktober von der Hamas in Propaganda-Videos verwendet, um israelische Ziele und Jüdinnen*Juden zu markieren. Auch das antizionistische Spektrum in Deutschland verwendet das rote Dreieck regelmäßig als Symbol auf Demos oder zur Markierung. Das ist nichts anderes als eine unverhohlene Morddrohung und verstärkt das Unsicherheitsgefühl der jüdischen Community zusätzlich.
Wir erinnern an dieser Stelle an einen Anschlag auf das israelische Generalkonsulat am 5. September 2024, der ebenfalls antizionistisch motiviert war; bis auf den Attentäter, der dabei von der Polizei erschossen wurde, gab es zum Glück keine Todesopfer. Anschläge wie die in München und in Washington verdeutlichen, dass die Morddrohungen aus dem antizionistischen Spektrum ernst zu nehmen sind. Auch Palästina Spricht München und ihre jeweiligen Vorfeldorganisationen sind mutmaßlich dafür verantwortlich, die TUM, die LMU oder den Königsplatz mit dem Hamas-Dreieck beschmiert zu haben. Es handelt sich hierbei nicht um harmlose Symbolik, sondern um Drohgebärden aggressiver Aktivist*innen, die überall, auch in München (jüdische) Opfer fordern werden, wenn die Zivilgesellschaft nicht handelt. Entscheidend sind daher ein besserer Schutz jüdischer Einrichtungen und eine verstärkte Sensibilisierung für die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Antisemitismus. Von der politischen Linken fordern wir eine klare Distanzierung von Palästina Spricht München und mit ihnen assozierten Gruppen.
