Das Linke Bündnis gegen Antisemitismus München (LBGA) kritisiert das sogenannte „Friedensgebet“, das am Montag, den 6. November 2023, unter Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter, stattfinden soll. Mitveranstalter der geplanten Betversammlung am Münchner Marienplatz ist der Münchner Muslimrat. Das LBGA kritisiert dessen Nähe zu islamistischen Gruppierungen wie DITIB, Millî-Görüş und der Muslimbruderschaft.
Die islamistische Terrororganisation Hamas ist Teil und eine wichtige Säule der Muslimbruderschaft. Ein auf der Internet-Seite erschienener Hintergrundartikel des LBGA weist Beziehungen des im Muslimrat organisierten Islamischen Zentrums München (IZM) und der Al-Ahibba-Moschee mit der Muslimbruderschaft nach. Unter anderem wurde in beiden Moscheen im Jahr 2022 dem verstorbenen Vordenker der Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi, gedacht, von dem beispielsweise folgende Aussage belegt ist: „Oh Allah, nimm diese unterdrückerische jüdisch-zionistische Bande. Oh Allah, nimm nicht einen von ihnen aus. Zähle sie und töte sie, bis zum allerletzten.“
Das LBGA geht im veröffentlichten Hintergrundartikel auf weitere im Muslimrat vertretene Akteure ein: Der DITIB und Millî-Görüş, zwei islamistische, antisemitische Organisationen mit Beziehungen zum türkischen Staat, sowie auf den Penzberger Imam Benjamin Idriz, der am Montag für ein Gebet angekündigt ist. Im Artikel kritisiert das Bündnis Idriz auch für seine Nähe zur extrem rechten türkischen Organisation Graue Wölfe: „Trotz seines positiven Images hat Idriz in der Vergangenheit immer wieder mit problematischen Verbindungen und Ansichten auf sich aufmerksam gemacht. Anlässlich des Militärputsches in der Türkei 2016 beteiligte er sich gemeinsam mit Grauen Wölfen und Islamist*innen an einer Solidaritäts-Demo für Erdoğan – und verteidigte im Anschluss die Beteiligung der Grauen Wölfe.“
Abschließend wird auf eine Auseinandersetzung im Münchner Stadtrat von 2019 verwiesen, bei der über einen Antrag des Muslimrats auf Aufnahme in die städtische Regelförderung debattiert wurde. Auf einen Änderungsantrag der Fraktionen der Grünen und der Linken wurde dieser abgewiesen mit Verweis auf die vielfältigen Beziehungen des Rates zu islamistischen Verbänden, die Reiter seit diesem Zeitpunkt bekannt gewesen sein müssen.
„Der Muslimrat ist keine Vertretung der Musliminnen*Muslime Münchens, sondern der Islamist*innen Münchens“, heißt es im Fazit des Artikels. Laut dem LBGA lässt sich eine Nähe des Muslimrates zu den Verantwortlichen des Massakers vom 7. Oktober konstatieren. Von Dieter Reiter und angekündigten Kirchenvertretern wird abschließend gefordert, der Veranstaltung fernzubleiben und ein Zeichen der Solidarität mit Israel und gegen jedweden Islamismus und Antisemitismus zu setzen. Das LBGA fordert die Verantwortlichen auf: „Der islamistische Antisemitismus ist kein Gesprächspartner und darf nicht normalisiert werden.“
Der Artikel ist hier einsehbar:
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