Anmerkungen zum Artikel der Süddeutschen über die antizionistische Kundgebung am 16. 12. 2017

Zwar freuen wir uns, dass die Süddeutsche Zeitung in ihrem Bericht[1] zur Kundgebung der Palästinenischen Gemeinde München und den antifaschistischen Gegenprotesten unser Bündnis registriert hat, doch ist dieser aus mehreren Gründen zu kritisieren. Zum einen war nicht nur unser Bündnis vertreten, sondern auch viele Aktivist*innen aus anderen Zusammenhängen. Das unausgesprochene Lob, für Gegenproteste mobilisiert zu haben, gebührt folglich nicht alleine uns, sondern u. a. auch Project C[2]. Zum anderen war die Kundgebung der Palästinensischen Gemeinde nicht einfach nur eine Demonstration gegen die israelische Besatzungspolitik, sondern gegen Israel insgesamt. Das wird an Sprechchören wie „Kindermörder Israel“ und an Plakaten, auf denen ein palästinensischer Staat gezeigt wird, der Gaza, die Westbank und das heutige Israel vollständig umfasst, deutlich. Hierbei verharmlost der SZ-Artikel. Und nicht zuletzt halten wir es für fragwürdig, wie der Redebeitrag von Linda Benedikt unkritisch, ja beinahe affirmativ rezitiert wird: Dem Stadtratsbeschluss gegen BDS werden dabei die Diffamierung von Kritik an der israelischen Besatzungspolitik, Untergrabung der Meinungsfreiheit sowie pauschale Antisemitismusvorwürfe unterstellt – abgesehen davon, dass Behauptungen Benedikts wie die Macht angeblicher Israellobbys in keinster Weise problematisiert werden.
Der Artikel reiht sich damit in eine Serie von Veröffentlichungen ein, mit denen die Süddeutsche Zeitung bereits häufiger ihr fehlendes Antisemitismusverständnis demonstriert hat. Man denke nur an zwei antisemitische Karikaturen[3], die in den letzten Jahren abgedruckt wurden, oder an die einseitige Nahostberichterstattung zuungsten Israels, die bereits häufiger thematisiert wurde[4]. So sehr wir die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung oftmals auch schätzen, wird die Notwendigkeit offenkundig, ihre mangelnde Sensibilisierung für Antisemitismus genauer zu untersuchen und zu reflektieren, was wir in diesem Rahmen nicht leisten können. 
Was die Kundgebung am Wochenende angeht, so findet man den besseren Bericht jedenfalls auf Schlamassel Muc[5]. 
 
 
 
 
[4]http://www.suedwatch.de/blog/?cat=7 dokumentierte und kommentierte bis vor wenigen Jahren die einseitige Berichterstattung; darüber hinaus ist der Nahostkorrespondent der SZ Peter Münch bereits häufiger für seine Einseitigkeit kritisiert worden, s. beispielhaft https://lizaswelt.net/2016/12/31/israelkritik-fuer-den-bildungsbuerger/, http://schlamassel.blogsport.de/2010/08/28/treitschke-heisst-jetzt-muench-sonst-aendert-sich-nuescht/ oder http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23270
 

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